Kategoriearchiv: Digitalisierung

Ansichten, die Digitalisierung betreffen oder in Bezug dazu stehen

Anonymous

Whistelblower unter Beschuss?

Freie und kritische Medien werden gezielt behindert, Mitarbeiter mit fadenscheinigen Vorwürfen der „Staatsfeindlichkeit“ belastet, unbequeme Journalisten und Blogger werden gezielt verfolgt. Eine Medienkontrolle im Internet verschärft die Situation noch. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung werden in Zukunft freie Meinungsäußerungen nahezu vollständig zu verhindern wissen.

Uploadfilter schränken direkt die Meinungsfreiheit ein und werden trotzdem von demokratisch regierten Staaten gefordert. Hauptsächlich wohl wegen Copyrights. (und unerwünschter Kritik?) Verbrechensbekämpfung im Internet ist notwendig und findet statt. Netiquette ist angesagt, Hassredner und Verschwörer müssen selbstverständlich aufgespürt und zur Rede gestellt werden, aber eine weitergehende Medienkontrolle lässt sich nur sehr schwer mit dem deutschen Grundgesetz vereinen. Auch menschenrechtlich ist eine Einschränkung der Meinungsfreiheit nicht hinzunehmen. Menschenrechte spielen aber scheinbar eine immer kleinere Rolle bei staatlichen Entscheidungen.

Fahren wir aus wirtschaftlichen Gründen unsere menschenrechtlichen Bedenken herunter und vermeiden wirtschaftlichen Druck auszuüben um Menschenrechte auch bei unseren Handelspartnern durchzusetzen? Lukaschenko zum Beispiel zwingt eine Passagiermaschine zur Landung in Minsk, nur um den Regierungskritiker Roman Protassewitsch zu verhaften. Die ganze EU stellt sich gegen Lukaschenko und vereinbaren keine Flüge mehr aus Belarus über europäischem Gebiet zuzulassen und keine Flüge mehr über belarussisches Gebiet zu leiten.

Wir fordern Freiheit für Andersdenkende nur in den Staaten mit autokratischer Regierung, aber was ist dann mit Edward Snowden, der wie Roman Protassewitsch aus einem Flugzeug entführt werden sollte (allerdings im Auftrag der USA in Österreich) und Julian Assagne, die beide einen Pulitzer-Preis verdient hätten? Edward Snowden warnte vor einem Überwachungsstaat und Julian Assagne klärte Kriegsverbrechen (von der falschen Seite?) auf und enthüllte Geheimpapiere, die ihm zugespielt wurden.

Das sollte uns allen eine Warnung sein, nicht so fahrlässig mit unseren Freiheiten und der Demokratie umzugehen. Wir alle müssen uns solidarisch zeigen, wenn wir uns weiterhin Meinungsfreiheit und eine freie Presse erhalten wollen.

Entscheidung im Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange „steht unmittelbar bevor“

Gegen Assange wendet die US-Regierung den sogenannten Espionage Act an, was heftig umstritten ist, weil so ein Präzedenz-Fall zur Unterdrückung der Pressefreiheit geschaffen werden könnte. Seit 2012 hielt sich Assange in der ecuadorianischen Botschaft auf. 2019 wurde er aufsehenerregend verhaftet und sitzt nun in einem Londoner Gefängnis fest, von wo aus er sich gegen seine Auslieferung in die USA wehrt.

Yahoo News

Hier stellt sich doch die Frage, wozu die Genfer Konvention überhaupt da ist, wenn die USA offensichtlich keinerlei Interesse daran zeigen, wenn es sie selbst betrifft. (Quantanamo, Abu Graib und wahrscheinlich viele andere US-Folteranstalten) Bei einer Verfolgung mit Mordabsichten müsste eigentlich eine Auslieferung unmöglich sein!
Private Spionageagenturen wie UC International arbeiten dabei nach Angaben mehrerer Medien mit dem amerikanischen Geheimdienst CIA zusammen. Inwieweit hier ein Vertrauen noch zu rechtfertigen ist, kann man an der Spionageaffäre um den Bundestag deutlich sehen, was dann wieder zu dem weiteren, von den USA verfolgten Eduard Snowden führt, der vor digitaler Überwachung auf allen Ebenen warnen wollte.

Big brother

Vorsicht Zwangsdigitalisierung

Digitalisierung hört sich ja gut an, hat’s aber in sich. Die Folgen sind kaum einzuschätzen.

In der Pandemie sehen wir, was in Silicon Valley schon länger bekannt ist, dass ausschließlich digitales lernen Kreativität bekämpft. Sinnvoll eingesetzt könnten diese Techniken viele Verwaltungsaufgaben einsparen.
In der wirtschaftlichen Praxis werden digitale Vorgänge schon zur Einsparung menschlicher Arbeit in der Prozesssteuerung, zur Planung der Prozesse, zur Zeitplanung, zur Überwachung menschlicher Leistung usw. eingesetzt, Menschen wie Maschinen „genutzt“.

Generell wird künstliche Intelligenz zur Überwachung eingesetzt. Ein fragwürdiges Sicherheitsbedürfnis sieht in jedem Bürger (außer natürlich einem selbst) einen Betrüger, Räuber, Freigeist oder schlimmeres.

surveillance-147831_1280

Sollte jeder immer unter Beobachtung stehen um im Zweifel jeden seiner Schritte nachvollziehen zu können?
ist es wichtig jeden Menschen überall ausfindig machen zu können?
sind Kameras mit Gesichtserkennung flächendeckend nötig?
ist eine Konsum-Erfassung von Jedermann überhaupt gewünscht? (digitale Impfbescheinigung, bargeldlose Bezahlung)
braucht jeder Mensch ein Bewegungsprofil?

Durch die Zusammenführung all dieser Daten kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, die jede Auffälligkeit sofort registriert. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten zur digitalen Auswertung.

Das hört sich doch positiv an, könnte man meinen.

quadrocopter

Muss das so sein?

Terrorbekämpfung
Kriminalitätsbekämpfung
Schuldnerverfolgung
Verkehrssicherheit
Risikoberechnung

.. hört sich doch sehr brauchbar an.

Aber

Menschenrechte
Meinungsfreiheit
Bewegungsfreiheit
Entfaltung
Privatsphäre
Demokratie
Menschlichkeit

stehen auf dem Spiel.

Schleichend hat sich in den Industrieländern die Massen-Digitalisierung durch den Gebrauch von Smartphones und Internet schon verbreitet. Allein dadurch ist jeder meistens ortbar. Bezahl-Funktionen bereichern die Information um das Konsumverhalten, das wieder mit ihrem Bewegungsprofil zusammen Rückschlüsse auf ihren gesamten Lebensverlauf zulässt. Dies ist einer der Gründe für die Abschaffung von Bargeld. Jetzt kommt noch die digitale Erfassung durch die digitale Impfbescheinigung dazu, wird sogar die Freizeit überwacht. Arbeitsplätze sind schon zu einem Großteil digital überwacht um Verwaltungskosten einzusparen und die Arbeitsgeschwindigkeit zu kontrollieren. Auf diese Weise leiden schon jetzt viele Menschen an der fortschreitenden Digitalisierung mit stramm optimierten Arbeitsvorgängen, die keine Ausnahmen zulassen. Durch diese Effektivität werden nicht nur die Menschen verbraucht, deren Arbeit überhaupt noch gebraucht wird, auch die Produktqualität leidet unter solchen Bedingungen. Massenproduktion ist per se schon ein Nachhaltigkeitsproblem da, wie der Name schon aussagt, auf Masse produziert wird die dann auf dem Müllberg landet.

In China wird dieses System einfach, ohne demokratische Umwege eingeführt. Bei uns sind die Hebel auch schon umgelegt, die demokratische Entscheidung wird herbeigeführt um die Demokratie durch eine digitale Autokratie zu ersetzen. Nur wenige werden das wirklich merken, da trotzdem noch Wahlen stattfinden die aber diese Bezeichnung wegen mangelnder Wahlmöglichkeiten nicht verdienen und Widerstand, auch berechtigter politischer, durch die Digitalisierung schon im Keim erstickt werden kann.

Huxleys „schöne neue Welt“ ist doch nicht das was wir wollen, oder?

„Digitalisierung ohne Werte ist Unsinn. Die Politik sollte die digitale Zivilgesellschaft einbinden und unsere Forderungen ernst nehmen. Gemeinsam können wir Innovationen so gestalten, dass sie demokratisch, nachhaltig und sozial sind.“

Moritz Ritter, Geschäftsführer Liquid Democracy e.V.

Links zum Thema

EUROPÄISCHE BÜRGERINITIATIVE

europe-155191
Eine zivilgesellschaftliche Initiative für ein EU-weites Verbot biometrischer Massenüberwachung!

… leider erfolglos