Eine Reform soll die Vermögensschere schließen.
Die Vermögensschere existiert nur, weil nicht alle Zugang zum Kapitalmarkt haben. So erklärt das jedenfalls der Finanzminister und SPD-Chef, Klingbeil.

Jedes Kind soll jetzt ein Depot erhalten, auf das der Steuerzahler, bis zum 18. Lebensjahr, jeden Monat 10 € einzahlt. Das wären monatlich ca. 150 mio € zusätzlich für den Kapitalmarkt aus Steuermitteln. Der Betrag, der dann angelegt ist, wird ist bis zum 18. Lebensjahr gerade einmal 2200 €, wenn er dann noch existiert.
Dazu noch, die erhöhte Nachfrage durch die geplante Rentenreform, wo sich die Leistungsempfänger selbst über den Kapitalmarkt ihre Altersversorgung absichern sollen. Das führt zu einer erhöhten Nachfrage, die die Preise steigen lässt und den Spekulanten hohe Gewinne einbringt. Dabei werden die Anlagen im Einkauf teurer, was die Vermögensschere noch weiter öffnet!
Als Nebeneffekt, haben noch Beitragsbemessungsgrenzen und Kapitalertragssteuer einen hohen Anteil an finanziellen Vorteilen für Vermögende.
Kapitalerträge sind Einkommen. Eine ledigliche Pauschale von 25% ist nicht nachvollziehbar, da sie nicht zusätzlich zur Einkommenssteuer erhoben wird, sondern die ganzen Abzüge von diesem leistungslosen Einkommen beinhaltet. Kapitalerträge werden auf diese Weise auch als leistungslose Einkommen gegenüber Einkommen aus Leistung deutlich begünstigt.
Vermögende werden dabei stark begünstigt. Durch eine geringere Besteuerung und durch die Beitragsbemessungsgrenze bleiben von leistungslosen Einkommen 75% netto übrig. Dagegen bleibt von einem durchschnittlichen Einkommen aus Leistung lediglich ca. 60% netto.

Solidargemeinschaft?
Die Solidargemeinschaft ist eine wohlklingende Bezeichnung, die ihren Namen solange nicht verdient, wie das Kapital derart bevorteilt ist, dass sich die Schere immer weiter öffnet. An einer Solidargemeinschaft sind auch Selbstständige und Erben beteiligt und sollten ihren Beitrag dazu leisten.
Es mutet auch seltsam an, dass die ganze soziale Absicherung auf einen so unsicheren Markt wie den Kapitalmarkt abgeschoben werden soll. Man hörte in letzter Zeit auch von Skandalen durch Spekulation bei privaten Krankenkassen. Lehmann ist auch nicht so lange her.

Richtig seltsam wird es, wenn man nach Abgeltungssteuer und Kapitalerträgen recherchiert. Hier gibt es nur Hinweise, wie man die Steuer für leistungsloses Einkommen umgehen kann. Zuverlässige Zahlen über die Höhe der einbehaltenen Abgeltungssteuer oder der erwirtschafteten Kapitalerträge über einen bestimmten Zeitraum, waren nicht zu finden.
Existiert überhaupt eine Kontrolle der Einkommen aus Kapitalerträgen?
Muss man hier nicht von einer immensen Dunkelziffer ausgehen?
Die Bevölkerung wird gespalten. Verschärfungen bei der Grundsicherung treffen viele arme Menschen. Dies wird von vielen arbeitenden Menschen, die auch quasi armutsbedroht sind, als unfair betrachtet, da sich auch ihr Einkommen kaum vom Existenzminimum abhebt. Anlagesysteme für die Altersversorgung auf dem Kapitalmarkt, sind mit Vorsicht zu genießen, solange ein Lobbyist für ein Anlageunternehmen als Kanzler arbeitet. Sind da etwa Interessenkonflikte beim Kanzler Merz dafür verantwortlich? Immerhin ist er direkt aus seinem Vorstandsjob bei der internationalen Investmentfirma Blackrock als 1.Vorsitzender von Blackrock Deutschland zum Bundeskanzler gewechselt. Das löst, zumindest bei mir, ein seltsames Gefühl aus.

Da die arbeitende Bevölkerung oft am Rande der Armut arbeitet, entsteht Neid auf arme Menschen, die unterstützt werden. So werden arme Menschen sogar noch zum Feindbild. Es ist auch zu wenig bezahlte Arbeit vorhanden, um alle zu beschäftigen. Menschen, die erst wegen Schwierigkeiten mit dem System und seiner Bürokratie in diese prekäre Position gelangt sind, werden mit bürokratischen Hürden in die Knie gezwungen, was auch eine erhöhte Suizität verursachen kann.
Bei kleineren Einkommen ist Spekulation fast nicht möglich, da diese Einkommen gerade einmal die laufenden Kosten und das Überleben absichern. Schon ein kleiner Schaden von 500 € ist für diese Haushalte ein schier unlösbares Ereignis, das sich über Monate erstreckt. Dazu kommt noch die „Armutssteuer“, die sich aus der Ungeduld der Gläubiger ergibt. Hier bleibt arm was arm ist. Diese Menschen können sich auch nach einem arbeitsreichen Leben nicht über das Ergebnis ihrer Leistung freuen.
Nur Menschen, die genug verdienen, können sich eine Altersversorgung aus Kapitalerträgen leisten.
Forderung:
Kapitalerträge, Boni und Vermögenszuwächse sind als Einkommen zu bewerten, und auch dementsprechend zu besteuern.
Arbeit muss freier werden,
damit auch sinnvolle Beschäftigungen in Teilzeit wie Krankheitsvertretungen, bei Auftragsspitzen oder privat, auf einfache und vielfältige Weise ermöglicht werden. Dies wird zu einer erheblichen Erweiterung der Beschäftigung führen, da Arbeitgeber und Gelegenheitsarbeiter davon direkt profitieren. Im Rahmen der Digitalisierung und etwas politischem Willen sollte das relativ einfach umgesetzt werden können.
Öffentliche Informationen sind nur ohne Boni, Bitcoin&Co, Erbe, private Kapitalerträge und Vermögenszunahme erhältlich.
- Einkommen, Lebensbedingungen, Armutsgefährdung zum Beispiel

