
Hypokrates
Ein System wo die Krankenversicherung für durchschnittliche Bürger sich derart unterscheidet von privat Versicherten, ist weit von fairen und vernünftigen Systemen entfernt. Bei einer Gesundheitskasse, wo jeder den gleichen Anteil seines Einkommens ohne Obergrenze einzahlt und dabei keine Lohnersatzleistungen erwarten kann, wäre in der Lage, den gesamten medizinischen Aufwand zu stemmen, der mit der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zusammenhängt. Extraleistungen wie Lohnfortzahlung, Krankentagegeld etc. wären dann bei Bedarf privat abzusichern, denn das fällt nicht unter eine umfassende Gesundheitsversorgung! Eine zwei- oder mehr Klassengesellschaft, die derart ungleich funktioniert, ist nicht tragbar. Wenn bei einer privilegierten Klasse, oft durch Herkunft, geerbte Vermögen und Spekulation, zum Beispiel gerade einmal 0.5% des Einkommens für die Krankenversicherung aufgebracht werden muss, ist bei der Klasse derer, ohne die das System gar nicht funktionieren würde, die für ihre Leistungen aber gerade genug Einkommen zum Leben erhalten ungefähr 15% ihres Einkommens für ihre Krankenversicherung fällig. Das ist in keiner Weise als fair zu bezeichnen und kann auf Dauer nicht funktionieren.
Keine private Krankenversicherung
Private Versicherungen sollten dagegen keine Krankenversicherungen anbieten dürfen, um zu gewährleisten dass ein flächendeckendes Gesundheitssystem auch funktioniert. Dafür können private Versicherer Extraleistungen wie Krankentagegeld, Lohnausfall und Komfortleistungen im Krankheitsfall absichern. So wäre zum Beispiel bei einer zu erwartenden Halbierung des Beitragsatzes der, wenn jeder den gleichen Anteil ohne Obergrenze seines Einkommens dafür aufbringen müsste, auch eine faire Entlohnung der im Gesundheitsbereich Beschäftigten ermöglicht. Auch die Versorgung der Krankenhäuser und Facharztpraxen wären dadurch finanzierbar. Lohnersatzleistungen müssten dann, je nach Einkommen privat oder über die reguläre Arbeitslosen und Rentenversicherung abgesichert werden. Es müssen aber auch alle Einkommen, wie Boni und Kapitalerträge, bei der Bemessung der Beiträge berechnet werden.
Der beste Effekt ist die Reduzierung der Prozentualen Beiträge
Diese ergibt eine Entlastung für Arbeitgeber mit vielen Angestellten und belastet die Großverdiener ohne sozialen Wert. So ist ein Großunternehmen, das den (angenommenen) halben Versicherungssatz an seine Angestellten zahlt mit 2000 Beschäftigten gut bedient, eine Firma, die riesige Gewinne mit lediglich 5 Beschäftigten einbringt, die jeweils ein kleines Vermögen verdienen, wären die einzelnen Teilnehmer nominal hoch belastet.
Reichtum ist ein Makel, der keinerlei Respekt verdient
Der Verdienst derer die, zum Beispiel in der Pflege, arbeiten wird kaum Monetär gewürdigt – vielleicht einmal beklatscht, wenn die Leistungen die Grenzen des Möglichen zu sprengen scheinen. Gleichzeitig erhalten einige wenige Funktionäre der Pflegeeinrichtungen mehr, durch nichts zu rechtfertigendes, Einkommen als tausende Pflegende die mit einem Hungerlohn abgespeist werden. Aber genau diese Funktionäre sind diejenigen, die gerade einmal 0,5%, oder weniger ihres Einkommens für ihre Krankenversicherung aufbringen, ohne Rücksicht auf die Allgemeinheit, die diese Einkommen auch noch finanzieren muss. Und dann besitzen sie noch die Unverfrorenheit zu behaupten, sie würden das Gesundheitssystem finanzieren! Sie werden zwar bevorzugt behandelt wofür sie auch bezahlen, haben aber keinen gesellschaftlichen Wert. Solange wohlhabende Gesellschaftsschichten nicht den Aufwand mittragen, sind diese Gesellschaften auch nicht als frei und fair zu bezeichnen. Das Recht des Reicheren hat nichts mit Fairness zu tun, da die Funktionalität der Gesellschaft die deren Reichtum finanziert von der Masse einer, mehr oder weniger armen, Gesellschaftsschicht getragen wird. Reichtum ohne eine angemessene Beteiligung an den Kosten entzieht einer Gesellschaft die Möglichkeit sich weiter zu entwickeln.
Inzwischen sind Systeme geschaffen worden, die unweigerlich im Chaos enden müssen, nur um wenigen einen schier unermesslichen Reichtum zu verschaffen. Es gibt oft keinen Gegenwert eines rein hypothetischen Reichtums der zum Beispiel mit Kryptowährungen erreicht wird. Wenn dann aber die Abrechnung kommt, entziehen sich wieder die oberen Gesellschaftsschichten der Verantwortung und lassen Millionen Menschen ohne Gesundheitsversorgung zurück oder gar verhungern.
Zusammengefasst:
- Nur „eine“ gesetzliche Gesundheitsversicherung. Mehrere hundert verschiedene Versicherer sind verrückt, da auf diese Weise keine generelle Kontrolle oder Berechenbarkeit möglich ist.
- Keine private Versicherung darf Gesundheitskosten versichern. Nur so kann garantiert werden, dass eine gute Gesundheitsversorgung für „alle“ gewährleistet bleibt.
- Krankenversicherung sollte nur für Gesundheitsversorgung und nicht für Lohnersatz Leistungen erbringen. Für den Lohnersatz springt automatisch die Arbeitslosenversicherung ein, die ja eine Versicherungsleistung ist. Höhere Bedarfe können ja privat versichert werden. Ohne vollen Lohnausgleich, werden auch die Krankschreibungen abnehmen. Wenn sich alle beteiligen, wird deutsche Arbeit erheblich billiger und so auch wirklich konkurrenzfähig.
- Hierfür muss die Beitragsbemessungsgrenze und die Beitragsbefreiung für alle, auch für Unternehmer und Beamte, fallen, was den Begriff der Solidargemeinschaft aufwerten würde. Gleicher Prozentsatz für alle Einkommen. Kapitalerträge sind auch als Einkommen zu bewerten, denn es ist nichts anderes. Es fühlt sich nicht richtig an, wenn Einkommen ohne eigene Leistung weniger besteuert und belastet wird, als Einkommen aus Leistung. Sozusagen wäre das ein gerechtfertigter Solidarzuschlag um dem Art 14 Abs 2 GG, *, in solch schweren Zeiten einen Sinn zu geben.
- Auf diese Art wäre eine bezahlbare Gesundheitsversorgung für alle gewährleistet, das Pflegepersonal und die Krankenhäuser bezahlbar und eine gesundheitliche Diskriminierung bei Armut nicht mehr notwendig. Die sich ergebenden Überschüsse können dann in eine Senkung der Beiträge fließen, was die erwähnten, wirtschaftlichen Vorteile bietet. Eine steigende Binnenwirtschaft, durch höhere Nettoeinkommen und mehr Konkurrenzfähigkeit durch die Verbilligung der Sozialabgaben der Mitarbeiter.
‚ „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

