Autolobby vs. Umweltbewustsein

Preiserhöhung bei ÖPNV nach 9€-Ticket?

Nicht nur, dass das 9€Ticket keinen Ersatz findet, es muss auch noch ordentlich aufgeschlagen werden bei den Nahverkehrstickets. Der Zuwachs während der Phase des 9€-Tickets ist wohl den Betreibern der Öffentlichen Verkehrsmittel zu Kopf gestiegen. Obwohl es zum Schutz unserer Umwelt dringend angeraten sein sollte sich so wenig wie möglich mit dem Auto zu bewegen und statt dessen den ÖPNV im Alltag zu nutzen, wird es wohl keine Nachfolgelösung zum 9€-Ticket geben.

Die Spritpreise sind um ca. 20% abgesenkt worden!

Ein Schelm der böses dabei denkt, denn diese Entwicklung deutet stark darauf hin, dass die Automobilindustrie beginnt lobbyistisch auf Entscheidungsträger einzuwirken, den ÖPNV für die Bürger möglichst unatraktiv zu machen. Dadurch, oder durch Gedankenlosigkeit, werden steuerliche Maßnahmen gegen CO²-Schleudern wie SUVs verhindert. Auch eine Bepreisung der Kraftstoffe, nach CO²-Ausstoß wäre durchaus denkbar, ist aber offensichtlich nicht erwümscht. Die deutsche Umwelthilfe, die sich schon länger mit kleinen Erfolgen für stärkere Reglementierung des CO²-Ausstoßes einsetzt wird von der CDU scharf angegriffen. Ein CDU Landesverband aus Baden-Würtemberg stellt die Gemeinnützigkeit der Umwelthilfe in Frage und will auch die Finanzierung derselben behindern. Im Musterländle ist mit Umweltschutz nichts zu wollen, wenn es an das heilige Blechle geht. Warum ausgerechnet große Energiekonzerne weiter auf fossile Energieen setzen und hierfür der Endverbraucher zahlen soll und so jeder Haushalt billigen Sprit über die Gasumlage mit finanziert ist mir unverständlich. Auch das Argument unseres Finanzministers, der Nahverkehr sei auf dem Lande nicht verfügbar, zeigt nur auf eine verbesserungswürdige Infrastruktur hin.

Das 9€-Ticket hatte zur Folge, dass weitaus mehr Tickets verkauft wurden als zuvor. Bei einem bundesweiten Angebot mit 1€/Tag wäre eine Finanzierung eines besser ausgebauten, ländlichen Nahverkehr durchaus möglich, wenn viele Bürger vom Auto zum ÖPNV wechseln. Bei diesem oder einem vergleichbaren Angebot ist auch eine Zunahme um 50-100% im Laufe von 2 Jahren nicht unrealistisch, was den CO²-Ausstoß drastisch reduzieren könnte. Statt dessen wird an altbackenen lokalen Vorgehensweisen festgehalten, was zu einer enormen Verteuerung des Nahverkehrs führen wird. Dies wiederum wird viele davon abhalten, den vernünftigen Schritt hin zu umweltschonendem Verhalten zu gehen. Vernünftige Verkehrskonzepte enthalten nicht zwangsläufig einen Umstieg auf E-Motorisierung. Allein die Herstellung solcher Fahrzeuge verbraucht Unmengen an dringend benötigten Ressourcen wie Wasser und auch Energie. Auch stellen sich die Fragen: “wohin mit alten Batterieen?, woher den notwendigen Strom?, wie sicher sind diese Fahrzeuge?” Keine dieser Fragen ist derzeit beantwortet es wurde auch noch keine zufriedenstellende Stellungnahme dazu abgegeben. Dagegen ist ein kleiner Mehraufwand zu erheblich niedrigerem Preis durch die Nutzung von ÖPNV und Fahrrad/Fußwege durchaus möglich.

Die Ersparnis aus vernünftigen Maßnahmen zum Umweltschutz verschaffen auch zukünftigen Generationen eine Lebensperspective!

Verkehrsreduktion mal anders

Für Fernreisen und Fracht sollte dringend über neue Lösungen nachgedacht werden. Ein Umlaufsystem, das im Gegensatz zum “Loop Projekt”, eine große Menge an Containern in einem groß angelegten Netz von Transportröhren computergesteuert mit nahezu 1000km/h zu ihren Zielorten befördert und auch zur Personenbeförderung genutzt werden kann. Die Idee dazu ist nicht neu. Bereits um 1900 wurde es gedacht und im letzten Jahrhundert als Rohrpost für kleine Sendungen genutzt. Als Umlaufsystem, das viele tausend Container (auch Personencontainer) gleichzeitig mit hoher Geschwindigkeit befördern kann, kann die Effektivität eines solchen Systems ein Vielfaches der Effektivität der derzeitigen Transportmittel erreichen. Zum Beispiel die reduktion des LKW-Verkehrs auf den Nahverkehr, das mit einem solchen System ermöglicht werden kann, spart einiges an Emmissionen und “manpover”. Die Industrie würde in hohem Maße daran profitieren ihre Transporte unabhängig von klimatischen Effekten sicherer, scheller und günstiger auszuführen. Schiffs- und Straßenverkehr würden zu der Energieersparnis auch stark entlastet. Direkte Anschlüsse an Industriebetriebe würden dabei eine entscheidende Rolle spielen. Diese könnten, als Profiteure dieser Technologie auch die ersten Transportwege mit finanzieren.

Nahverkehr ausbauen

ist die umweltfreundlichste Möglichkeit den Personennahverkehr attraktiv zu gestalten. Ein Nachfolgeticket wie das vorgeschlagene 365€ Ticket und ein Ausbau des Nahverkehrs außerhalb der Städte, auch mit Querverbindungen und Bedarfsverkehren. Die Bedarfsverkehre können von einer App aus bestellt und in Verbindung mit dem Ticket genutzt werden. Laufende Modelle und eingehende Forschungsarbeit finden regional schon statt, werden aber nicht ausreichend gefördert. Nur wenn viele Menschen bereit sind auch umweltfreundlich beweglich zu sein, haben wir eine kleine Chance nicht in eine Energiekrise zu stürzen. Die Regierungslösung mit Elektro-Autos hat den entscheidenden Nachteil, dass E-Autos viel Strom benötigen, den wir nicht haben. Dazu kommt das Problem mit der Entsorgung giftiger Batterieen, das Risiko unlöschbarer Batteriebrände sowie der Herstellungsaufwand mit seinen gravierenden Auswirkungen auf vorhandene Ressourcen wie Wasser, Lithium und der Luftbelastung.

Petition: Bahn und Bus für 1 Euro – jetzt in ganz Deutschland!

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