Resignation

Kann Gott den Menschen helfen?

Nachdem der Herr eine Woche geschuftet hatte, betrachtete er sein Werk. Beim Sündenfall sagte er noch nichts, war ja nur ein Versuch. Bei Kain und Abel wandte er sich ab und verstand seine eigene Welt nicht mehr.

Moses run

Nach tausenden Jahren blickte er wieder auf die Erde und war entsetzt, was die Menschen hier miteinander tun. Es erreichten ihn immer mehr Gebete aus dem Pharaonenreich, die ein kleines Volk versklavt hatten. Ein kleines Volk, das trotz seiner Qualen friedlich und gläubig waren und täglich Gott um Hilfe baten, damit sie nicht gegen ihre übermächtigen Herrscher kämpfen müssen.

Der Herr dachte: „eigentlich wollte ich ihnen nach dem Brudermord nicht mehr helfen“ aber er machte schon Pläne, wie er die Pharaonen in die Knie zwingen wollte, um das unterdrückte Volk zu befreien. Er wurde zu einem Kleinkind in einem Korb im Nil, das dann am Königshaus als Findelkind aufwuchs. Moses wurde er genannt. Als er dann ein junger Mann wurde, riet er dem Pharao, das kleine, versklavte Volk gehen zu lassen. Viele furchtbare Katastrophen würden sein Land treffen, wen er sie nicht gehen liese. Der Pharao, von seiner eigenen Göttlichkeit überzeugt, ignorierte die eindringlichen Warnungen Moses; und die Katastrophen kamen.

Moses water

Eines Tages ging Moses zu den Sklaven des Pharao und fordert sie auf, alle mit zu kommen, in ein neues Land, wo sie in Freiheit gottgefällig leben könnten. Nur wenige blieben, die meisten folgten Moses. Am roten Meer, als die Verfolger, die Armee des Pharao nur noch wenig Abstand zu der Flüchtlingskaravane hatten, lies Moses alle auf das rote Meer zulaufen und erzählte den Menschen, Gott werde ihm helfen, sie bräuchten sich keine Sorgen zu machen. Dann teilte er das Wasser, damit alle auf die andere Seite kommen konnten. Die Armee des Pharaos war ihnen schon dicht auf den Fersen, als sie das andere Ufer erreichten. Da lies Moses das geteilte Wasser wieder in seine ursprüngliche Lage zurücklaufen und fast die ganze Armee des Pharao ertrank in den Fluten.

Moses calw

Bei einer Rast an einem Berg, sagte Moses, er wolle auf dem Gipfel des Berges die Regeln Gottes für das gerettete Volk in Steinplatten meißeln und dem, vermeintlich dankbaren, Volk zukommen zu lassen. Da er wusste, als der „Mensch“ Moses könnte er sie nicht überzeugen, ohne diese Finte. Als er zurück kam erschrak sogar Moses. Das Volk hatte sich in der Zeit, die sich Moses nahm, dem Gott Mammon zugewandt, dessen Symbol ein goldenes Kalb war. Sie tanzten um ihr goldenes Kalb und huldigten Mammon, bis sie bemerkten, dass Moses wieder da war. Als sie Moses sahen, fragten sie ihn, ob er Gott getroffen habe. Moses antwortete, dass er zwar Gott getroffen habe, aber sie der Regeln nicht mehr würdig seien, wenn sie Gott schon nach wenigen Tagen wieder vergessen hätten und zerschlug seine Gebote auf einem Stein. Die Menschen wussten, dass Moses und sein Gott ihnen aus der Versklavung geholfen hatten und baten ihren Irrtum zu verzeihen. So ging Moses zum 2. Mal auf den Berg und meißelte ein zweites Mal Steinplatten mit seinen Geboten.

Moses water

Ihr seit auserwählt worden, aus eurer Not befreit und in ein neues Land gebracht zu werden.

Nach einigen weiteren Ereignissen erreichten sie das gelobte Land und Moses, selbst auferlegte, Arbeit war getan.

Tausende Jahre später wollte Gott sehen, was aus seinem Volk geworden ist und erschrak fürchterlich. Sie standen mit allen um sich herum im Krieg. Als Mensch verkleidet, versuchte er zu erfahren, warum sie mit ihren Nachbarn im Kriege stünden. Die Antworten entsetzten ihn: „wir sind das auserwählte Volk Gottes“, „niemand außer die Auserwählten haben hier ein Existenzrecht“, „Gott hat uns auserwählt und dieses Land geschenkt“ und so weiter …

Da war Gott entsetzt. Dieser Hochmut war nicht angebracht, Die anderen, auch von ihm erschaffenen, Menschen werden nicht anerkannt, nicht einmal die Dankbarkeit für die Rettung aus der Sklaverei war mehr zu verspüren. Er wollte nicht nochmals auf die Erde kommen und schickte ihnen seinen Sohn, damit sie vielleicht verstehen, dass ihnen geholfen wurde, weil sie von anderen Menschen unterdrückt waren. Niemand wollte, vor allem Gott nicht, dass sie andere Menschen unterdrücken. Also sandte er ihnen, in seiner unendlichen Geduld seinen Sohn, um diesen Irrtum zu korrigieren. Aber das Volk hörte nicht zu, nein, sie verrieten Gottes Sohn und liesen ihn vernichten. Trotzdem hielten sie die Saga lebendig, dass sie das auserwählte Volk Gottes wären, obwohl sie seinen Sohn getötet hatten. Sie hatten viel Glück mit der Güte Jesus, der ihnen verzieh und auch seinen Vater davon überzeugen konnte, dass Auge um Auge, Zahn um Zahn keine Lösung der Probleme sein könnten.

Da musste sich Gott eingestehen:
„den Menschen helfen, das vermag sogar ich nicht“

So, oder so ähnlich könnte es gewesen sein … oder?

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